NVS-Lyss

Das Jahr mit  Vogel und Tier

Vogel des Jahres 2022 Feldlerche (Bild von NABU)


Tier des Jahres 2022(Bild  von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Januar

Waldkauz / Strix aluco

Häufigste Eule Mitteleuropas mit breiten, gerundeten Flügeln, grossem, rundem Kopf und ohne Federohren. Geschlechter gleich. Gefieder der Altvögel von rotbraun bis graubraun, mit dunklen Flecken, Bändern und Stricheln gemustert; weisser Schulterstreif. Gesichtsschleier einfarbig, von feiner dunkler Linie eingerahmt; helle Scheitelseitenstreifen. Grosse dunkle Augen Im Flug Flügeloberseite einfarbig wirkend. Schwanz mit undeutlicher Querbänderung.

Noch vor Frühlingsbeginn kann man nach Einbruch der Dunkelheit das dumpf heulende "Huuh-hu-huuuuh" des männlichen Waldkauzes hören, dem das Weibchen gellend "kjuwiek" antwortet. Durch das Duett finden sich die beiden Partner bei der Balz. Manchmal schon im Februar, meist aber im März, findet man das Gelege des Waldkauzes.
Wie kaum ein anderer mitteleuropäischer Vogel verteidigt er seine Brut mit seinen scharfen Krallen. Wie fast alle Eulen jagt der Waldkauz nachts und schläft tags.
Mit seinem aussergewöhnlich wendigen Hals kann er den Kopf nahezu ganz herumdrehen und so eine mögliche Gefahr stets im Auge behalten.
In der Schweiz ist der Waldkauz in Lagen unter 1000 m die häufigste und verbreitetste Eulenart. Er fehlt praktisch in keinem grösseren Wald.

Daten:

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, nicht gefährdet

Grösse und Gewicht              38 cm, 450 - 550 g

Brutort                                    Baumhöhlen, Horste

Gelege                                    3 - 5 Eier

Brutdauer                               28 - 29 Tage

Nestlingsdauer                       29 - 35 Tage

Nahrung                                 kleine Säugetiere, Vögel, Weichtiere

Lebensraum                           Laub-Mischwälder, Parkanlagen

Zugverhalten                          Jahresvogel

Vogelart                                  Käuze

 

Februar

Grosser Brachvogel / Numenius arquata

 

 

Grosser Watvogel mit langem, gleichmässig abwärts gebogenem Schnabel. Weibchen grösser als Männchen, mit längerem Schnabel. Geschlechter sonst gleich. Graubraunes Gefieder mit Stricheln und Flecken; weisser, keilförmig auf den Rücken reichender Bürzel. Jungvögel ähnlich Altvögeln, aber mit kürzerem Schnabel.

Schon im März treffen die mitteleuropäischen Brachvögel an ihren Brutplätzen ein. Männchen und Weibchen lassen vor allem beim Landen ihre melodischen Balztriller hören. Das Männchen dreht in niederer Vegetation mehrere Mulden, von denen das Weibchen eine für den Nistplatz auswählt. Obwohl sich das Männchen auch an der Bebrütung beteiligt, obliegt ihm vor allem die Bewachung des Nestes.
Anfang August haben die letzen Altvögel das Brutgebiet verlassen. Rastende Trupps kann man zu dieser Zeit auf Überschwemmungswiesen, an schlammigen Fluss- und Seeufern antreffen. In milden Wintern harren einige Trupps im mitteleuropäischen Binnenland aus.

Daten:

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, vom Aussterben bedroht

Grösse und Gewicht              53 - 58 cm, 550 - 1000 g

Brutort                                    Feuchtwiesen

Gelege                                   4 Eier

Brutdauer                               27 - 29 Tage

Nestlingsdauer                       nach 5 Wochen flugfähig

Nahrung                                 Insektenlarven, Weichtiere

Lebensraum                           Feuchtgebiete

Zugverhalten                          Kurzstreckenzieher

Vogelart                                  Schnepfen

März

Schwarzkehlchen / Saxicola torquata

Kleiner als Rotkehlchen, mit kürzeren, runderen Flügeln als Braunkehlchen. Männchen an Kopf und Kehle dunkel braunschwarz, zwei deutliche Halsseitenflecken. Mantel- und Schirmfedern einheitlich dunkelbraun. Weisser, schwärzlich gestrichelter Bürzel. Brust und Flanken warm orange, zur Bauchmitte hin und auf den Unterschwanzdecken mehr grauweiss. Unterflügel dunkel. Weibchen viel matter gefärbt, oben ganz bräunlich gesprenkelt. Jungvögel grauer und kräftig gefleckt, erinnern im ersten Herbst an ein leuchtend aber einheitlich beige gefärbtes Weibchen.

Oedlandflächen mit eingestreuten Büschen und Hecken stellen den bevorzugten Lebensraum des farbenprächtigen Schwarzkehlchens dar. Besonders in den Mittelmeerländern, wo ihm solche Gebiete zur Verfügung stehen, ist das Schwarzkehlchen eine sehr häufige Vogelart. Anders bei uns, denn Brachflächen sind in den Tieflagen der Schweiz sehr selten. Zudem ist das Schwarzkehlchen eher eine wärmeliebende Art, die trockene Gebiete vorzieht. Diese sind zum grössten Teil im Wallis und im Tessin beheimatet. Nur Durchzügler kann man auch ausserhalb der Brutgebiete beobachten.
Anfangs April kehren Schwarzkehlchen aus den Winterquartieren im Mittelmeerraum zurück. Nach Ankunft im Brutgebiet singt das Männchen von einer Warte aus sein mit kratzenden Tönen durchsetztes Lied. Auf der Balz jagt es seinem Weibchen im schnellen Tiefflug durch das Revier nach. Weibchen sind schlichter gefärbt, vom ähnlichen Braunkehlchen durch die dunkle Kehle zu unterscheiden.

Daten:

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, potenziell gefährdet,

                                              150 Paare

 

Grösse und Gewicht              13 cm, 15 g

Brutort                                    Am Boden

Gelege                                   5 - 6 Eier

Brutdauer                               13 - 14 Tage

Nestlingsdauer                       17 - 18 Tage

Nahrung                                 Insekten, Spinnen, Würmer

Lebensraum                           Brachflächen

Zugverhalten                          Kurzstreckenzieher

Vogelart                                  Drosselvogel

April

Rauchschwalbe / Hirundo rustica

 


Klassische Schwalbe mit kleinem Schnabel und tief gegabeltem Schwanz. Geschlechter gleich. Altvögel oberseits glänzend blau-schwarz. Brustband ebenfalls. Stirn und Kehle bis zum Brustband satt ziegelrot. Unterseite einschliesslich der Unterflügeldecken und langen Unterschwanzdecken rahmfarben. Unterseite der Schwung- und Schwanzfedern schwarz. Gespreizter Schwanz mit weissen Flecken zur Spitze hin, ausgenommen die verlängerten äusseren Federn. Schwanzspiesse beim Weibchen kürzer. Schnabel und Füsse schwarz. Gefieder bei Jungvögeln matter, Kopf blasser, Brustband gesprenkelt, Schwanzspiesse kürzer.

Als ausgesprochener Kulturfolger hält sich die Rauchschwalbe fast ausschliesslich in der Nähe menschlicher Siedlungen auf, vor allem in ländlichen Gebieten. Sie nistet in Gebäuden, vor allem in Ställen und klebt ddas napfförmige Nest einige Zentimeter unter der Decke an die Wand. Man kann Rauchschwalben oft an Pfützen beobachten, wie sie Lehmklümpchen sammeln und mit diesen das Nest bauen.
Die flüggen Jungvögel sitzen meist auf Warten, sowie Leitungsdrähten, Zäunen oder dürren Ästen und lassen sich von den Eltern füttern.
Nach der Brutzeit fallen Rauchschwalben allabendlich zu Tausenden in Schilfflächen ein, in deren Schutz sie die Nächte verbringen. 
Ab September ziehen sie nach Zentralafrika. Von dort kehren sie Ende März bis Mitte April wieder zurück.

Daten:

 

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, nicht gefährdet

Grösse und Gewicht              19 cm, 20 g

Brutort                                    Stallungen

Gelege                                   4 - 6 Eier

Brutdauer                               14- 17 Tage

Nestlingsdauer                       20 - 24 Tage

Nahrung                                 fliegende Insekten

Lebensraum                           Siedlungsgebiet

Zugverhalten                          Langstreckenzieher

Vogelart                                  Schwalbe

Mai

Steinrötel / Monticola saxatilis

 

Wie ein grosser Steinschmätzer, mit aufrechter Haltung und charakteristisch wippendem Schwanz. Männchen im Prachtkleid unverkennbar; Kopf und Kehle schieferblau, Bürzel blau und Flügel bräunlichschwarz. Schwanz, Unterseite und Unterflügel orange, dies ergibt, zusammen mit dem weissen Rücken, einen überraschenden Effekt, besonders im Flug. Weibchen ohne Blau und weissem Rückenfleck. Kopf, Kehle und Rücken braun und beige gesprenkelt; Flügelfedern hell gesäumt. Unterseite beige, braun quer gebändert. Schwanz orange. Jungvögel weibchenähnlich, aber kräftiger gezeichnet.

 

Der Steinrötel sitzt in aufrechter Haltung; knickst und zittert mit dem Schwanz und singt auf Felsvorsprüngen, niedrigen Büschen oder im Singflug. Er bevorzugt sonnige Felshänge mit Geröll und spärlicher Vegetation, bewohnt aber auch felsige und steppenartige Gebiete. Das Weibchen baut ein lockeres Nest aus Halmen, Wurzeln und Moos, versteckt in Felsspalten oder Geröll. Es brütet allein, doch beim Füttern wird es vom Männchen unterstützt.
Steinrötel überwintern in den Sawannen des tropischen Afrika, wo sie sich von September bis April aufhalten.

Daten:

 

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, verletzlich, wenige Paare

Grösse und Gewicht              19 cm, 60 g

Brutort                                    Felspalten, Nischen

Gelege                                   4 – 5 Eier

Brutdauer                               13 Tage

Netlingdauer                          13 -16 Tage

Nahrung                                 Insekten, Schnecken, Würmer

Lebensraum                           Gebirge bis 2700 m

Zugverhalten                          Zugvogel

Vogelart                                  Drosselvogel

Juni

Tüpfelsumpfhuhn / Porzana porzana

 

 

Kennzeichen: Kleiner,kompakter Wasservogel, der aus der Distanz überwiegend dunkel graubraun oder grünlichbraun wirkt, aber bei guter Sicht dicht weiss gefleckt ist. Unterschwanzdecken cremefarben; kurzer, spitzer, gelblichoranger Schnabel, an der Basis rot; Beine und Füsse olivgrün. Weibchen ähnlich Männchen, aber weniger Grau an Gesicht und Brust und stärker getüpfelt. Jungvögel ähnlich Weibchen, aber ohne jegliches Grau, mit matten olivgrünen Beinen und weniger Tüpfelung.

 

Verhalten: Da das etwa amselgrosse Tüpfelsumpfhuhn sein Nest direkt am Wasser anlegt, sind Wasserschwankungen eine Gefahr. Darum lebt es hauptsächlich in grösseren Sumpfgebieten, wo der Wasserstand nicht so abrupt ändert.

 

Tüpfelsumpfhühner leben sehr versteckt in hoher Vegetation, sind zudem dämmerungsaktiv und daher nur selten zu beobachten.

Beide Altvögel beteiligen sich am Brüten und stocken das Nest mit neuem Pflanzenmaterial auf, wenn der Wasserstand ansteigt.

Die Küken verlassen nach 3 Tagen das Nest um zusammen mit den Eltern auf Nahrungssuche zu gehen. Sie werden fast drei Wochen von den Eltern gefüttert.Tüpfelsumpfhühner verlassen ihre Brutgebiete häufig schon im Juli und ziehen in die Winterquartiere südlich der Sahara.

 

Daten:

 

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, verletzlich

Grösse und Gewicht              23 cm, 60 - 100 g

Brutort                                    dichte Vegetation, Verlandungszonen

Gelege                                   8 - 12 Eier

Brutdauer                               18 - 19 Tage

Nestlingsdauer                       mit 40 Tagen flugfähig

Nahrung                                 Insektenlarven, Würmer, Käfer

Lebensraum                           Sumpfgebiete 

Zugverhalten                          Langstreckenzieher

Vogelart                                  Ralle

Juli

Amsel / Turdus merula

 

Männchen kaum zu verwechseln. Schwarz des Gefieders glänzend, aber nicht schillernd. Nackter orangegelber Augenring. Beine dunkelbraun. Junge Männchen noch mit matt schwarzem Gefieder. Weibchen mit dunkelbraunem Kopf und Rumpf. Unterseite oft mit rostbraunem Ton und individuell unterschiedlicher dunkler drosselartiger Brustsprenkelung. Beine dunkelbraun und Schnabel manchmal an der unteren Basis gelb. Jungvögel wie Weibchen,aber mehr rostfarben und unterseits gesprenkelter.

Die Amsel war ursprünglich ein ausgesprochener Waldvogel. Erst im Laufe der letzten hundert Jahre ist sie so zahlreich in die vom Menschen geschaffenen Lebensräume vorgedrungen.
Im abendlichen Konzert der Vögel übernimmt die Amsel die tragende Stimme. Sie singt gerne an exponierten Stellen, auf Dachfirsten oder Baumwipfeln, so dass ihr Gesang weithin zu hören ist. Auf diese Weise bezeichnet das Männchen sein Territorium gegenüber den Artgenossen. Ihr wohlklingendes Flöten schätzen manche mehr als das Lied der Nachtigall.
Mit nervösem, zeterndem Geschrei macht sie auf Gefahren aufmerksam, während ein von starkem Schwanzwippen begleitetes "Tschuck-tschuk" ihre Angst ausdrückt. In der Dämmerung ruft sie beharrlich "tix-tix".
Bei der Amsel ist das Federkleid nach Geschlecht verschieden. Das Männchen ist pechschwarz mit gelbem Schnabel, das Weibchen brauner.

Daten:

 

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, gefährdet

Grösse und Gewicht              25,5 cm, 95 g

Brutort                                    Büsche, Mauernischen, Hecken, Dachbalken

Gelege                                   3 - 4 Eier

Brutdauer                               12 - 14Tage

Nestlingsdauer                       13 - 15 Tage

Nahrung                                 Insekten, Würmer, Früchte

Lebensraum                           Siedlungsraum, Wälder

Zugverhalten                          Teilzieher

Vogelart                                  Drosselvogel

August

Eichelhäher / Garrulus glandarius

 

Kleiner Rabenvogel, der bunteste in Europa. Geschlechter gleich. Altvögel rosagraubraun; Bürzel, Unterschwanzdecken, Stirn weiss, letztere schwarz gestrichelt; breiter schwarzer Bartstreif. Schwarze Flügel mit weissem Abzeichen auf den Armschwingen; äussere grosse Armschwingen., Handschwingen und alula leuchtend blau und schwarz gebändert. Schnabel dunkel; Beine hellbraun. Jungvögel ähnlich, Gefieder aber rötlicher, Scheitel weniger gestrichelt.

 

Durch sein prächtig gefärbtes Gefieder und sein durchdringendes "Rätsch" fällt der Eichelhäher fast das ganze Jahr über auf. 
Zur Brutzeit verhält er sich heimlicher; er ist kaum zu sehen, wenn er unter dichtem Blattwerk von Ast zu Ast huscht.
Im Herbst sammelt er Eicheln und vergräbt sie im Boden als Wintervorrat. Da vergessene Eicheln später zu keimen beginnen, haben Eichelhäher vor Beginn der Forstwirtschaft auf diese Weise für die Verbreitung der Eichenwälder in Europa gesorgt.
Als scheuer Waldvogel ist der Eichelhäher äusserst aufmerksam. Sein Warnruf ertänt meist bevor wir den Vogel zu Gesicht bekommen und macht nicht nur Artgenossen, sondern auch andere Vögel und Tiere auf einen Störenfried oder einen heimlichen Feind aufmerksam.

Daten:

 

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, nicht gefährdet

Grösse und Gewicht              34 cm, 170g

Brutort                                    Baum, Gebüsch

Gelege                                   5 - 6 Eier

Brutdauer                               6 - 17 Tage

Nestlingsdauer                       19 - 20 Tage

Nahrung                                 Insekten, Eier, Jungvögel, Kleinsäuger, Eicheln

Lebensraum                           Wälder, Parkanlagen

Zugverhalten                          Standvogel

Vogelart                                  Krähenvogel

September

Wintergoldhähnchen / Regulus regulus

Kleinster Vogel Europas. Geschlechter gleich. Altvögel mit matt grüner Oberseite; hell olivgraue Unterseite, auf den Flanken dunkler. Flügeldecken grünlich mit zwei weissen Binden. Wirkt gross- und dunkeläugig bei blassem Gesicht. Stirn weisslich. Scheitel beim Männchen orangegelb, beidseits schwarz eingefasst (oft im Feld nicht sichtbar); bei der Balz werden die Scheitelfedern aufgerichtet, um die feurig gefärbte Mitte zu zeigen. Weibchen mit gelber Scheitelmitte. Jungvögel ähnlich, aber mit einheitlich grauem Kopf.

In Gebirgswäldern brütet es in geeigneten Lagen bis 2000 m Höhe. Goldhähnchen können ihre kugeligen Hängenester nur zwischen feinen, herabhängenden Seitenzweigen äusserer Äste bauen. Mit Hilfe von Gespinsten von Spinnen- und Raupenkokons werden feine Zweige miteinander verwoben. Darauf wird das eigentliche Kugelnest aus Moos und Flechten angelegt.
Beide Partner beteiligen sich am Nestbau, der gewöhnlich drei Wochen dauert.
Ihre Gewohnheit, bei der Nahrungssuche kleinste Insekten zwischen den Nadeln herauszulesen, erschwert ihnen das Leben in den langnadeligen Kiefern.

Daten:

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL, nicht gefährdet

Grösse und Gewicht              9 cm, 5 g

Brutort                                   Nadelbäume

Gelege                                   8 - 10 Eier

Brutdauer                             14 - 17 Tage

Nestlingsdauer                     15 - 16 Tage

Nahrung                                 kleine Insekten

Lebensraum                          Tannenwälder

Zugverhalten                         Jahresvogel

Vogelart                                 Zweigsänger

 

 

 

 

Oktober

Kohlmeise / Parus major

 

Grösste europäische Meise; recht langschwänzig. Geschlechter ähnlich. Altvögel im Wesentlichen oberseits gelbgrün, unterseits gelb. Flügel blaugrau, eine weisse Flügelbinde. Kennzeichnendes Muster aus schwarzer Scheitelkappe mit weissem, dreieckigem Wangenfleck. Von der schwarzen Kehle zieht sich ein breites, leuchtend schwarzes Band längs der Bauchmitte die gesamte Unterseite entlang; beim Männchen bildet es einen breiten schwarzen Fleck zwischen den Beinen; gesamtes Band beim Weibchen viel schmaler. Kräftiger, schwerzer Schnabel. Beine blaugrau. Jungvögel mit russschwarzem Scheitel, braunem Rücken, gelb verwaschenen Wangen und matter gelber Unterseite.

Die Kohlmeise ist etwa sperlingsgross. Sie turnt lebhaft in Bäumen und Büschen herum und hüpft am Boden. Die höchste Populationsdichte mit etwa 5 - 10 Paaren pro Hektar erreicht sie in lichten Mischwäldern und Parkanlagen. Im geschlossenen Nadelwald ist sie nur selten anzutreffen.
Zur Auspolsterung der Höhle sammelt vorwiegend das Weibchen feine Halme, Moos, Fasern und Haare. Das unvollständige Gelege wird beim Verlassen des Nestes zugedeckt. Das Weibchen brütet allein und wird dann oft vom Männchen gefüttert.
Trotz hoher Vermehrungsrate kommt es zu keiner Überpopulation, da im ersten Lebensjahr meist 85 Prozent der Kohlmeisen sterben. Sie verbringen den Winter im Brutrevier und bevölkern in Scharen die Futterplätze. Nach Meisenart halten sie Sonnenblumenkerne mit beiden Füssen auf einem Zweig fest und bearbeiten die Schale bis sie den Kern verspeisen können.

Daten:

Bestand in der Schweiz        Rote Liste BUVAL, nicht gefährdet

Grösse und Gewicht             14 cm, 20 g

Brutort                                   Baumhöhlen, Nistkästen

Gelege                                   8 - 12 Eier

Brutdauer                              12 - 14 Tage

Nestlingsdauer                      15 - 20 Tage

Nahrung                                 Insekten, Früchte, Samen

Lebensraum                          Siedlungsgebiete, Mischwälder, Parkanlagen

Zugverhalten                         Jahresvogel

Vogelart                                 Meise

 

 

 

 

November

Beutelmeise / Remiz pendulinus

Hellrauer Kopf und schwarze Maske. Mantel, Schirmfedern und Flügeldecken kastanienbraun. Schwungfedern schwarz, beide gesäumt,. Rücken und Bürzel gräulich im Kontrast zum fast schwarzen Schwanz mit weisslichen Aussenkanten. Unterseite weisslich, Brust und Flanken kastanienbraun verwaschen. Schnabel schwarz. Weibchen matter gefärbt und mit kleinerer Gesichtsmaske. Jungvögel ohne schwarze Maske und Graufärbung am Kopf, zimtfarbener Rücken.

Die Beutelmeise bewohnt Auwälder und Uferdickicht an Flüssen und Seen. Sie zählen unter den Vögeln zu den geschicktesten Nestbauern. An den äusseren Zweigenden von Pappeln oder Weiden wird das birnenförmige Beutelnest aus Samenwolle in herabhängendes Geäst eingeflochten. Das Einschlupfloch seitlich am oberen Ende ist zu einer kurzen Röhre ausgezogen. Hat sich ein Paar zusammengefunden, dann wird das Nest in gemeinsamer Arbeit fertiggestellt.
Nach der Burtzeit sammeln sich Beutelmeisen in kleinen Trupps und streifen umher. Sie suchen ihre Nahrung, kleine Insekten und Spinnen, in Baumkronen. Im Winter weichen sie auf Samen von Schilf oder anderen Pflanzen aus.

Daten:

Bestand in der Schweiz        Rote Liste BUVAL, verletzlich

Grösse und Gewicht             11 cm, 10 g

Brutort                                   Bäume, Äste

Gelege                                   6 - 8 Eier

Brutdauer                              12 - 15 Tage

Nestlingsdauer                      15 - 20 Tage

Nahrung                                 Insekten

Lebensraum                          Uferdickicht

Zugverhalten                         Jahresvogel

Vogelart                                 Beutelmeise

 

 

 

 

Dezember

Seidenschwanz / Bombycilla garrulus

 

Erinnert durch Grösse und Proportionen an einen Star. Geschlechter gleich. Gefieder der Altvögel im Wesentlichen warm rötlich graubraun mit kleinen schwarzen und leuchtend bunten Abzeichen. Am Scheitel eine flauschige, nach hinten weisende Holle. Schmaler schwarzer Augenstreif und schwarzer Kehllatz. Bürzel grau. Schwärzlicher Schwanz mit breiter gelber Endbinde. Bauch weisslich, orangebrauner Steissbereich. Angelegter Flügel mit auffälligem Muster aus weissen Schwungfeder- und Armdeckenspitzen und zinnoberroten Hornplättchen der Armschwingen, gelbe Aussenränder. Beine und Schnabel dunkel. Jungvögel matter gefärbt, ohne bunte Gefiedertöne und Flügelschmuck..

Seidenschwänze sind Teilzieher, die auch regelmässig in Nordostdeutschland überwintern. Wenn sie, was selten vorkommt, weiter südlich nach Mittel- und Südeuropa vordringen, dann in der Regel invasionsartig in sehr grosser Zahl. Die Gründe dafür sind schlechte Nahrungsbedingungen im Norden und sehr strenge Winter. In der kalten Jahreszeit ernähren sich die Seidenschwänze ausschliesslich von Beeren. Die geselligen Vögel sitzen dann in Schwärmen auf beerentragenden Büschen an Waldrändern, in Gärten und Parks. Da diese Nahrung wenig Nährstoffe enthält, verzehren die Vögel in wenigen Stunden Beeren vom Gewicht ihres eigenen Körpers.
Wenn die Seidenschwänze wieder mal massenweise in der Schweiz auftauchen, gilt es unter Ornithologen als Sensation.

Daten:

Bestand in der Schweiz         Rote Liste BUVAL

Grösse und Gewicht              18 cm, 60g

Brutort                                    Nadel- Birkenwälder

Gelege                                   4 - 5 Eier

Brutdauer                              12 - 15 Tage

Nestlingsdauer                      14 - 16 Tage

Nahrung                                Insekten, Beerenfrüchte

Lebensraum                          Wälder des hohen Nordens

Zugverhalten                         Wintergast

Vogelart                                Seidenschwänze